Nachgefragt bei……..

…  Frau Gerwinski vom Geflügelhof Wagner in Uelversheim kombiniert mit meingemachtes Hauswirtschafterinnen-Wissen … nicht nur hilfreich zur Weihnachtszeit.

(1) Worauf Du schon beim Einkauf achten solltest.

Trau‘ Dich ruhig beim Kauf nach der Herkunft des Geflügels zu fragen. Ein vertrauensvoller Geflügelhändler wird Dir kompetent antworten. So kannst Du bewusst Dein Kaufentscheidung treffen.

Du solltest auf jeden Fall frisches Geflügel dem gefrorenen vorziehen. Das ist im Feiertagsstress „einkauftechnisch“ nicht machbar? Suche Dir lieber Dein Geflügel frisch aus und friere es selbst ein. So kannst Du selbst die Einfrierdauer bestimmen.

(2) Was Du bei gefrorenem Geflügel beachten solltest.

Das gefrorene Fleisch kann sich schon nach der Zubereitung von frischem unterscheiden. Beim Auftauen verliert das Fleisch Flüssigkeit, es kann also trockener werden und der Gefrierprozess verändert die Fleischstrukturen.

Um unerwünschte Keimbildung und deren Folgen zu vermeiden, sollte das Geflügel ganz langsam im Kühlschrank aufgetaut werden. Auf keinen Fall in der Mikrowelle oder im Wasserbad! Hier setzt zusätzlich noch der Garprozess ein, bevor das Fleisch völlig aufgetaut ist.

Bitte plane genug Auftauzeit ein, je nach Größe des Vogels kommen da schnell über 48 Stunden zusammen. Du solltest das Auftaugefäß so wählen, dass der Fleischsaft ablaufen kann. Ein großes Sieb in eine Schüssel gestellt, ist eine gute Möglichkeit.

Rezept Gans
Küchen 1 x 1

Niedertemperatur-Garen

Das Bratgut wird meist bei hohen Temperaturen angebraten und bei niedrigen Temperaturen (70°C bis 110° C) im Backofen weitergegart.

(3) Wieviel Gramm Geflügel benötigst Du pro Gast?

Natürlich findest Du im www. Tabellen für welche Personenzahl welches Geflügel reicht. Eine einfach Übersicht findest Du hier.

Frau Gerwinski hat einen völlig anderen Ansatz für Ihre Empfehlungen. Sie geht sehr individuell auf Ihre Kunden ein. Deswegen solltest Du Dir vor der Bestellung Deines Geflügels folgendes überlegen:

  • Sind Deine Gäste ausgesprochene Fleischesser?
  • Essen Deine Gäste lieber Brustfleisch oder Keulen (jeder Vogel hat bekanntlich nur 2 Keulen)?
  • Welche Beilagen hast Du geplant?

Vielleicht ist, wie von Frau Gerwinski oft empfohlen, ein Stück Brust oder 2 Keulen zusätzlich eine Alternative, um alle Gäste zufrieden zu stellen?! Das schafft Dein heimischer Backofen dann auch noch problemlos.

(4) Tipps zur Gans und Ente

Die beiden gehören zum Wassergeflügel und wurden von der Natur mit einer ordentlichen Fettreserve gesegnet. Fett ist in diesem Fall nicht nur ein Geschmacksträger, sondern sorgt noch für ein saftiges und knuspriges Ergebnis.

Beide Geflügelsorten am besten am Vortag schon mit einer Gewürzmischung einreiben.

Gerade bei der Gans empfiehlt Frau Gerwinski eine langsame schonende Garmethode. Ihr leckeres Rezept mit Hefeteigfüllung findest du hier. Super praktisch, da Du so schon eine Belage mit zauberst.

Ein besonders knuspriges Ergebnis bekommst Du, wenn Du den Vogel am Ende der Garzeit noch glacierst. Eine leckere Glasur findest Du im Rezept mit Entenbrust der Food-Bloggerin Dearilicious.

Dearlicious
Marinade für Hähnchen
für ein ca. 2 – 2,5kg küchenfertiges Hähnchen

500ml Buttermilch
4 EL frischer Rosmarin; grob gehackt
4-5 feingehackte Knoblauchzehen
2 EL grobes Meersalz
1 TL gemahlener schwarzer Pfeffer

Das Hähnchen am besten dressieren und mit der Marinade in einen großen Gefrierbeutel geben und verschließen. Mehrmals wenden, damit sich die Marinade gleichmässig verteilt und mit der Brust nach unten min. 3 Stunden in eine Schüssel legen.

(5) Tipps zum Truthahn, Pute und Hühnerfleisch

Ich liebe das weiße Brustfleisch dieser Geflügelsorten. Diese Geflügelarten neigen aber gerne dazu trocken zu werden.

Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass es sich wirklich lohnt ein Hähnchen über Nacht (z.B. wie oben beschrieben) zu marinieren.

Mein letzter Weihnachtstruthahn vor 3 Jahren bekam eine ordentliche Portion Butter unter die Haut gespritzt, mhmm so war das Fleisch auch nach über 6 Stunden Garzeit immer noch saftig.

Eine weitere Methode den Truthahn saftig zuhalten, ist ihn im Niedertemperatur-Garverfahren zu garen. Ein praxiserprobtes Rezept vom Geflügelhof Wagner findest Du hier.

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